Heute wird in Ecuador Día de los Difuntos gefeiert. Sowas wie der Tag der Verstorbenen oder Allerseelen. Die Familien erinnern an ihre verstorbenen Verwandten, in dem sie ihre Gräber besuchen und mit Lebensmitteln, Blumen und anderen Kleinigkeiten verzieren. Den ganzen Tag über sind Straßen gesperrt für Prozessionen von Menschen, die auf den Weg zu den Friedhöfen sind. In den kleineren, eher traditionellen Städte, treffen sich ganze Familien an den Gräbern und machen sie sauber. Nachmittags wird an den Gräbern gegessen und Colada Morada getrunken. Ein Mixgetränk aus roten oder blauen Mais, Heidelbeeren und Brombeeren. Dazu gibt es die guaguas, süßes Brot, das die Form eines Babys hat.
Montag, 2. November 2009
Freitag, 30. Oktober 2009
Stromausfall
Wie oft hat man in Deutschland Stromausfall? In seinem Leben... Vielleicht zwei, dreimal ? Und dann sind meistens großflächige Gebiete betroffen und es ist eine Zeitungsschlagzeile wert. Wir hatten in den letzten zwei Monaten wenigstens sechs Stromausfälle und immer bis mindestens zwei Stunden. Den letzten heute morgen. So ein Stromausfall ist doof. Da kann man, was jetzt Kaffee kochen, duschen (Elektroheizer), Emails lesen, waschen usw. betrifft eigentlich nicht viel bis gar nichts machen. Jedes umliegende Gebäude hat für solche Fälle einen Dieselgenerator im Keller stehen, damit wenigstens die Notbeleuchtung und der Fahrstuhl funktionieren. Gleichzeitig machen diese Generatoren einen Höllenlärm und verpesten die Gegend.
Wir haben die Zeit genutzt und sind einkaufen gegangen. Auf dem Weg zum Supermarkt stellt man fest, dass sämtliche Geschäfte und Büros vom Stromausfall betroffen sind. Die Friseusen sitzen vor ihrem Laden und paffen, die Copyshop-Leute unterhalten sich auf dem Bürgersteig, es ist gerammelt voll mit Büromenschen, die alle einmal um den Block gehen, vielleicht auch viermal, weil oben im Office nichts mehr geht. Sehr entspannt das. Henry macht natürlich Correa dafür verantwortlich, weil er einen staatlichen Strombetrieb eingeführt hat, dessen Mitarbeiter alle nichts schaffen, weil sie ja Beamte sind... Noch bezieht Ecuador seinen Strom von den verhassten Nachbarstaaten Kolumbien und Peru, aber schon 2015 haben die Chinesen ein gigantisches Wasserdamm-Kraftwerk im Amazonasbecken fertig gestellt, was dann 75% des ecuadorianischen Strombedarfs abdecken soll. Im Norden sollen mit Hilfe der Russen weitere Kraftwerke gebaut bzw. remodelliert werden. Wo sind die Deutschen Energieriesen, die sich hier mal mit einem Geothermischen Kraftwerk beweisen können? chance verpasst....
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
Musiktip des Tages:
Halo
Wir haben die Zeit genutzt und sind einkaufen gegangen. Auf dem Weg zum Supermarkt stellt man fest, dass sämtliche Geschäfte und Büros vom Stromausfall betroffen sind. Die Friseusen sitzen vor ihrem Laden und paffen, die Copyshop-Leute unterhalten sich auf dem Bürgersteig, es ist gerammelt voll mit Büromenschen, die alle einmal um den Block gehen, vielleicht auch viermal, weil oben im Office nichts mehr geht. Sehr entspannt das. Henry macht natürlich Correa dafür verantwortlich, weil er einen staatlichen Strombetrieb eingeführt hat, dessen Mitarbeiter alle nichts schaffen, weil sie ja Beamte sind... Noch bezieht Ecuador seinen Strom von den verhassten Nachbarstaaten Kolumbien und Peru, aber schon 2015 haben die Chinesen ein gigantisches Wasserdamm-Kraftwerk im Amazonasbecken fertig gestellt, was dann 75% des ecuadorianischen Strombedarfs abdecken soll. Im Norden sollen mit Hilfe der Russen weitere Kraftwerke gebaut bzw. remodelliert werden. Wo sind die Deutschen Energieriesen, die sich hier mal mit einem Geothermischen Kraftwerk beweisen können? chance verpasst....
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Musiktip des Tages:
Halo
Mittwoch, 28. Oktober 2009
Cumbia
Musikalisch gehts in Ecuador, wie wahrscheinlich auch in jedem anderen lateinamerikanischem Land, richtig ab. Leider hat es noch keine Shakira, Juanes oder Ricky Martin hervor gebracht, aber ich habe da eine Band entdeckt, die sich durchaus Chancen ausrechnen darf, international durchzubrechen und alle Musikredakteure der Welt dazu zu veranlassen, Ecuador auf ihrer Musiklandkarte rot anzustreichen. Die Band hat Charisma, Witz und beweist in ihrem neusten Video Kreativität auf höchstem Niveau. Manche Hopfdohle (hallo Justin Timberlake) sollte sich von der Choegrafie der vier Jungs eine gehörige Portion abschneiden... Aber seht selber
Conejito
Ich möchte gerne Eure Meinung zu dieser Band wissen, also schreibt mir einfach ins Kommentarfeld.
Danke schön.
Conejito
Ich möchte gerne Eure Meinung zu dieser Band wissen, also schreibt mir einfach ins Kommentarfeld.
Danke schön.
Sonntag, 25. Oktober 2009
Pidder Zimmat
Letzten Donnerstag hab ich Evi (Name v.d. Red. geändert; siehe Blogeintrag von gestern) vor ihrer Abreise zu den Chachis in ihrer Pension in der Innenstadt von Quito besucht. Ein altes Kolonialhaus mit Dachterrasse an einem wunderschönen ruhigen Plaza gelegen. Hinter der großen Eiseneingangstür liegt eine Halle mit meterhohen Spiegeln, einem uralten Sofa, Marmor und einem Holzparavent, der ein wenig an anthroposophische Kunst erinnert. Die Holztreppe hoch, hängen, stehen, liegen weitere Holzwerke, Schnitzarbeiten und Gemälde. Im Wohnzimmer, das einen gemütlichen, aber chaotisch unaufgeräumten Eindruck machte, hingen weitere Aquarelle, Kreidebilder usw. Die Pensionsmutti Beatric ist eine vielleicht Mitte 50jährige aufgehellte (auch die Haare) Ecuadorianerin. Stoffhose, brauner Rollkragenpullover, um dessen Hals ein Amulett hing. Sie wollte mich unbedingt kennenlernen, nachdem sie erfuhr, dass ich deutscher Journalist bin. Also hat sie zu Bier und Kuchen eingeladen. Für mich gabs Zitronengras-Tee mit Kuchen. Außerdem dabei Bert und ein weiterer spanischer Pensionsbesucher. Beatric lebt auch gleichzeitig in diesem Haus, also ist es eine Art Kombination aus Pension und Privatunterkunft. Wir saßen im Wohnzimmer, das eine Hommage an Pidder Zimmat ist und dessen Vermächtnis Beatrice sozusagen verwaltet. Das war auch ihr Anliegen. Sie will, dass ich über Pidder einen Artikel schreibe. Pidder stammte aus Kiel, reiste in der Welt herum, bestieg sämtliche Berge, blieb dann in Ecuador hängen und verstarb vor fünf Jahren an Krebs. Im Norden Quitos hatte er sein Atelier in einem Haus, das er sich selber gebaut hat. Eindrucksvoll. Von dem habe ich leider kein Foto, aber von einem dreistöckigem Haus, das er im ähnlichen Stil für einen amerikanischen Freund auch in Quito gebaut hat.
Das Haus ist übrigens zu verkaufen, wer Interesse hat, meldet sich bei mir...
So wie es aussieht werde ich mit Beatric zu dem Atelier von Pidder mal hinfahren und vielleicht auch einen Artikel schreiben...
Das Haus ist übrigens zu verkaufen, wer Interesse hat, meldet sich bei mir...
So wie es aussieht werde ich mit Beatric zu dem Atelier von Pidder mal hinfahren und vielleicht auch einen Artikel schreiben...
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